Das Handbuch der Unternehmensumwandlung ist seit langem eine feste Größe in der Literatur zum Umwandlungsrecht.

Die norwegische GmbH nach der Reform 2011 - ein Überblick von Mörsdorf

Kurznachricht zu "Die norwegische GmbH" von RA/Advokat Dr. Roland Mörsdorf, original erschienen in: RIW 2012 Heft 4, 211 - 224.

Der Autor geht zunächst auf die Gründungsvoraussetzungen der GmbH ein. Neben dem Gründungsdokument, dass Angaben zu den Gesellschaftern, den Geschäftsanteilen, dem Ausgabebetrag und des Zeitpunktes der Leistung der Einlagen enthalten muss, ist eine durch einen Wirtschaftsprüfer bestätigte Eröffnungsbilanz beizufügen. Der Mitwirkung eines Notars bedarf es bei der Gründung nicht. Ebenfalls brauchen keine Identifikations- oder Vertretungsnachweise beigefügt zu werden. Eine Übernahme der Gründungskosten ist durch die Reform 2011 grds. für zulässig erklärt worden. Die Anmeldung kann, so der Autor, elektronisch oder schriftlich unter Verwendung eines Formulars erfolgen. Die Gesellschaft entsteht nicht erst mit der Eintragung in das Handelsregister, sondern schon mit der Unterzeichnung des Gründungsdokumentes. Nach der Gründung ist durch den Verwaltungsrat der Gesellschaft eine Gesellschafterliste zu errichten.

Der Verfasser weist darauf hin, dass in Norwegen auch die Möglichkeit besteht, Vorratsgesellschaften zu erwerben. Der Erwerb ist an gesetzliche Voraussetzungen geknüpft. Vergleichbare Rechtsprechung zur Haftung des Erwerbers wie in Deutschland existieren jedoch nach seinen Angaben nicht. Die Voraussetzungen für den Erwerb von Geschäftsanteilen an einer Vorratsgesellschaft werden von dem Verfasser im Einzelnen beschrieben. Er wendet sich dann den Gesellschaftsorganen zu, die aus der Gesellschafterversammlung und dem Management zu. Letzteres besteht aus einem Geschäftsleiter und dem Verwaltungsrat, der in der Regel aus drei Mitgliedern besteht. Der Geschäftsleiter ist dabei Arbeitnehmer der Gesellschaft und wird durch den Verwaltungsrat eingestellt. Er vertritt die Gesellschaft bei Gegenständen der täglichen Geschäftsführung, während der Verwaltungsrat eine allumfassende Zuständigkeit hat. Als weitere Gesellschaftsorgane werden in Norwegen nach der Darstellung des Autors die Betriebsversammlung und der Wirtschaftsprüfer angesehen. Die Betriebsversammlung, die bei jeder Gesellschaft mit mehr als 200 Arbeitnehmern bestehen soll, wählt den Verwaltungsrat.

Dieser Beitrag wurde erstellt von RA Hans-Peter Simon.


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