... bietet eine leicht verständliche Suchoberfläche, die für jeden Verwaltungsmitarbeiter gut bedienbar ist....

Gewerkschaften gegen neue Lohngrenze bei Mini-Jobs

Mini-Jobber sollen künftig mehr verdienen. Die Bundesregierung plant, die Verdienstgrenze auf 450 Euro anzuheben. Eine Sachgasse in die Altersarmut nennen das die Gewerkschaften. Und auch in der CDU dämmert es einigen Politiker, Arbeitgeber könnten die Mini-Job-Regel missbrauchen.

Laut Medienberichten will die Bundesregierung bereits zum Jahreswechsel neue Einkommensgrenzen für Mini- und Midi-Jobs einführen. Demnach dürften geringfügig Beschäftigte künftig 450 Euro im Monat verdienen, ohne Steuern und Abgaben zahlen zu müssen. Bisher liegt die Grenze bei 400 Euro. Für die nur gering besteuerten Midi-Jobs soll die Verdienstgrenze ebenfalls um 50 Euro auf 850 Euro steigen. Seit Einführung der Mini-Jobs im Jahr 2003 wäre dies die erste Anhebung.

Gewerkschaften: Mini-Jobs fördern Schwarzarbeit

Scharfe Kritik für ihre Pläne erntet die Bundesregierung von Seiten der Gewerkschaften. Für das Gastgewerbe haben Mini-Jobs dramatische Folgen mit sich gebracht, warnt etwa die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Schon jetzt sei im Gastgewerbe fast jeder zweite Arbeitsplatz ein Mini-job. Fast 70 Prozent der Mini-Jobber im Gastgewerbe sind laut NGG Frauen - sie erhielten in der Regel weder einen Tariflohn, noch Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Und auch im Krankheitsfall könnten sie nicht mit einer Entgeltfortzahlung rechnen. "Mini-Jobs helfen nur den Arbeitgebern und verzerren den Wettbewerb", sagte NGG-Chef, Franz-Josef Möllenberg. Und: Auch mit 450 Euro seien Mini-Jobs eine Sackgasse in die Altersarmut.

IG-BAU-Vize Robert Feiger warnte davor, dass Mini-Jobs die Schwarzarbeit fördern. In Branchen ohne Mindestlohn nutzen laut IG-BAU "skrupellose Arbeitgeber hemmungslos aus, dass es keine Höchststundenzahl für Minijobs gibt." Für die 400 Euro müssten Mini-Jobber teilweise 25 Stunden schuften. "Das ergibt Hungerlöhne von drei oder vier Euro und das praktisch ohne jede soziale Absicherung", so Feiger. Und selbst in Branchen mit Mindestlohn wie der Gebäudereinigung und dem Bau würden "Schwarzunternehmer" mit Mini-Jobs Mindestlöhne und Sozialversicherung unterlaufen. So würden viele Beschäftigte zwar formal als Mini-Jobber angemeldet. In Wirklichkeit müsste sie aber Vollzeit arbeiten. Statt die Verdienstgrenze für Mini-Jobber zu erhöhen, forderte Feiger eine drastische Absenkung der Grenze.

Regelung auf den Prüfstand

Das fordert auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB). "Der Mini-Job ist der Herzschrittmacher des wuchernden Niedriglohnsektor", sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Nach Angaben des DGB sind zurzeit gut 7,5 Millionen Frauen und Männer als Mini-Jobber beschäftigt. Statt die Einkommensgrenzen zu erhöhen, fordern die Gewerkschaften einen Mindestlohn von 8,50 Euro.

Und auch in der CDU gibt es Kritiker. In der "Frankfurter Rundschau" etwa sagte der Unions-Arbeitsmarktexperte Peter Weiß (CDU): "Wir müssen überprüfen, ob Minijobs generell sinnvoll sind." Wolfgang Isbarn vom Arbeitnehmerflügel der CDU forderte ebenfalls, die gesamte Regelung müsse auf den Prüfstand. Denn Mini-Jobs hätten im gewerblichen Bereich zur Vernichtung regulärer Arbeitsplätze beigetragen, so Isbarn.


fun-walking
fun-walking
fun-walking
fun-walking