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"In der Freizeit sollte Funkstille herrschen"

Immer mehr Arbeitnehmer sind auf ihrem Handy ständig für Chefs, Kollegen und Kunden zu erreichen. Die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verwischt zusehends. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen fordert von den Arbeitgebern nun klare Regeln für Handykultur und Mailverkehr. Den Gewerkschaften geht das nicht weit genug.

Balance zwischen Erholungszeit und Arbeitszeit

In einem Pressestatement hat sich von der Leyen an die Arbeitgeber gewandt und klare Regeln für die Nutzung von Handys und E-Mails angemahnt. Die Flut hochmoderner Kommunikationsmittel sei prinzipiell gut und wichtig für mehr Flexibilität, so die Ministerin. Aber: "Die Technik kann auch überfordern, indem Menschen die Balance zwischen Erholungszeit und Arbeitszeit nicht mehr finden." Es müsste sichergestellt werden, dass die Menschen die Technik beherrschen und nicht umgekehrt.

Von der Leyen fordert klare Regeln in den Betrieben, was Handykultur und Mailverkehr angeht. Die Arbeitgeber müssten diese Regeln aufstellen. Aber die Beschäftigten müssten diese Regeln dann auch leben. Wie es einen Arbeitsschutz gebe, zum Beispiel einen Blauhelm, so müsse es auch einen psychischen Arbeitsschutz geben, der eine klare Trennung von Freizeit, Erholung und Arbeitszeit vorschreibt. "Und in der Freizeit sollte Funkstille herrschen", so von der Leyen.

Nicht aus der Verantwortung stehlen

Kritik für ihre Äußerungen erhielt von Leyen von der IG Metall. Zwar begrüßt die Gewerkschaft strengere Regeln für den Umgang mit Handys und E-Mails. Aber: "Schlichte Appelle an die Arbeitgeber reichen nicht", sagt IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban. Frau von der Leyen könne sich nicht aus ihrer eigenen Verantwortung stehlen, selbst für klare und verbindliche Regeln im Arbeitsschutz zu sorgen.

Laut IG Metall sind 88 Prozent aller Arbeitnehmer auch nach Feierabend noch mobil zu erreichen. Dabei seien Beschäftigte arbeitsrechtlich keineswegs dazu verpflichtet, ständig mobil verfügbar zu sein oder außerhalb des Betriebs E-Mails zu bearbeiten. Zudem dürfe der Arbeitgeber den Gebrauch von Mobilgeräten nur anordnen, wenn der Betriebsrat zustimmt.

Und selbst wenn Arbeitnehmer mit einem Smartphone ausgestattet sind, müssen sie nicht abends oder am Wochenende ihre E-Mails lesen. Nur bei einer arbeits- oder tarifvertraglich vereinbarten Rufbereitschaft müsse der Beschäftigte auf Abruf "unverzüglich" die Arbeit aufnehmen. Diese Einsatzzeit müsse der Arbeitgeber dann aber besonders vergüten.

Keine Mails nach Feierabend bei Volkswagen

Dass es übrigens auch anders geht, zeigt der Autobauer Volkswagen. Hier hat der Betriebsrat mit dem Unternehmen eine bundesweit einmalige Betriebsvereinbarung abgeschlossen: Nach Feierabend werden keine E-Mails mehr an die Smartphones der Tarifmitarbeiter verschickt. Damit will der Betriebsrat des Autobauers die Mitarbeiter vor übermäßigen Stress aufgrund der ständigen Erreichbarkeit schützen. Von der Vereinbarung betroffen sind rund 1.100 Mitarbeiter.

Externer Link: Pressestatement von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen zum Nachhören.


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