Das Handbuch der Unternehmensumwandlung ist seit langem eine feste Größe in der Literatur zum Umwandlungsrecht.

Verschlafen Betriebe den demografischen Wandel?

Deutschlands Bevölkerung altert. Damit steigt auch die Zahl älterer Arbeitnehmer. Einer Studie des Soziologischen Forschungsinstituts Göttingen (SOFI) zufolge haben aber bisher nur wenige Unternehmen darauf reagiert. Die Betriebe verschieben das Problem offenbar in die Zukunft.

In der von der Initiative für Neue Qualität der Arbeit (INQA) geförderten Studie befragte das Forscherteam rund 500 Manager und 300 Betriebsräte zum demografischen Wandel in den Betrieben. Das Ergebnis erstaunt: Zwar ist das Thema einer älter werdenden Belegschaft in den Betrieben durchaus aktuell, konkret darauf reagiert haben aber bislang nur wenige Unternehmen.

So bieten weniger als zehn Prozent der befragten Betriebe eine spezielle Gesundheitsförderung für ältere Mitarbeiter an. Und obwohl Personaler hier durchaus Bedarf sehen, werden kaum Weiterbildungen für Ältere angeboten. Laut Studie am weitesten verbreitet sind Maßnahmen, die dauerhafte Belastungen bei der Arbeit vermeiden sollen. Kaum nennenswert dagegen seien flexible Arbeitszeiten, mit denen Beruf und Privatleben besser miteinander vereinbart werden können.

Warum handeln Betriebe nicht?

Die Gründe für das zögerliche Handeln sind vielfältig. Zum einen sieht nur eine Minderheit der befragten Manager heute schon Auswirkungen einer alternden Belegschaft. Die Mehrheit erwartet große Veränderungen erst in der Zukunft. Zum anderen verlangte die Wirtschaftskrise ab 2007, dass kurzfristige Entscheidungen getroffen werden mussten. Die Auseinandersetzung mit langfristigen Problemen wurde da oft auf später verschoben.

Ein weiterer Grund ist nach Ansicht der Forscher aber auch das "Vorruhestandssyndrom". Seit den 1980er Jahren wurden immer mehr Arbeitnehmer mit Altersteilzeitregelungen in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet. Beschäftigte, Betriebsräte und Gewerkschaften akzeptierten dies als "unblutigen Personalabbau". Allerdings mussten sich die Unternehmen so lange Zeit auch keine Gedanken um ältere Beschäftigte machen und auch nichts Grundlegendes an belastenden Arbeitsbedingungen ändern.

Betriebsräte werden wichtiger

Für die Zukunft weisen die Forscher den Betriebsräten eine wichtige Rolle zu. Neben den Tarifvertragspartnern könnten Betriebsräte über Betriebsvereinbarungen Regelungen zu Langzeitkonten und Auszeiten oder Demografie-Analysen in den Betrieben umsetzen. Als Folge der alternden Erwerbsbevölkerung befürchten Manager wie Betriebsräte vor allem einen Wissensverlust in den Betrieben. Vor allem die befragten Betriebsräte rechnen aber auch damit, dass in Zukunft die Krankenstände steigen werden und immer mehr Mitarbeiter nicht mehr jede Tätigkeit ausüben können. (st)


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