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Frauenquote: Umdenken statt Politik-Projekt

Eine Frauenquote in Führungspositionen? An dieser Frage scheiden sich nach wie vor die Geister. Während EU-Kommissarin Viviane Reding erwägt, europaweit eine gesetzliche Quote einzuführen, mahnt ein Kölner Diversity Consulting-Unternehmen zur Vorsicht in Sachen Quote.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen votiert für eine gesetzlich festgelegte Quote von Frauen in Führungspositionen, Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger lehnt eine feste Quote ab und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder setzt auf eine freiwillige Verpflichtung der Unternehmen. Nun kommt Druck aus der EU.

EU-Kommissarin Viviane Reding ist nicht zufrieden mit der Entwicklung. Seit Ende 2010 sei der Anteil von Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten in Europas börsennotierten Firmen gerade einmal von 12 auf 14 Prozent gestiegen. Das ist der EU-Kommissarin zu wenig. Sie plädiert für eine gesetzlich festgelegte Frauenquote. Reding verweist dabei auf Frankreich, das seit 2011 ein Gesetz für die Beteiligung von Frauen an Spitzenjobs hat: Der Frauenanteil in Führungspositionen ist in Frankreich bereits von 12 auf 22 Prozent gestiegen.

Gegen gesetzliche Regelungen regt sich aber auch Widerstand. Großbritannien etwa lehnt eine Quote genauso ab wie hierzulande die FDP oder die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Zu Redings Vorstoß sagte die BDA, es dürfe nicht sein, dass letztlich das Geschlecht und nicht die Eignung bei der Besetzung von Führungspositionen entscheidet.

Als schädlich bezeichnet der Diversity Consultant Michael Stuber diese "Lagerbildung für und gegen Quoten" und verweist auf "erfolgreiche Strategien für mehr Gender Diversity" - ganz ohne Quote.

Damit der Frauenanteil in Führungspositionen steigen kann, empfiehlt er ein Umdenken:

  • Kein politisches Verordnen von Frauen in Spitzenjobs;

  • Realistisch bleiben: Bereits ein zweiprozentiges Gender-Wachstum ist nur mit höchsten Anstrengungen erreichbar;

  • Die Führungskulturen sollen verändert werden, nicht die Frauen separat gefördert;

  • Orientierung an den großen Unternehmen, die solide Diversity-Arbeit leisten;

  • Diversity-Management, statt Nachdenken über eine Quote.

Michael Stuber ist davon überzeugt, ein Umdenken wird dazu führen, dass "der DAX weiblicher werden kann - aber nicht als Politik-Projekt".

Eher skeptisch stehen auch die Leser von Betriebsratspraxis24.de einer Frauenquote gegenüber. In unserer Online-Umfrage sprachen sich gut 85 Prozent gegen eine Frauenquote aus. Nur elf Prozent stimmten für eine feste Quote und knapp drei Prozent favorisieren die von Familienministerin Kristina Schröder vorgeschlagene FlexiQuote (Stand: 2. April 2012).

Dieser Beitrag wurde erstellt von Beate Henes-Karnahl.


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