Dieser Titel ist eine echte "Perle" unter den Werken zum FamFG, die unbedingt Beachtung verdient.

Zwei Millionen Mobbing-Opfer in Deutschland

Mobbing schadet sowohl dem betroffenen Mitarbeiter als auch dem Unternehmen, in dem gemobbt wird. Trotzdem wurden rund zwei Millionen Deutsche schon einmal an ihrem Arbeitsplatz schikaniert. 4,3 Prozent waren bereits Drohungen oder erniedrigendem Verhalten ausgesetzt, so die Techniker Krankenkasse in Bezug auf eine europaweite Studie von Eurofound. Zur Zielscheibe könne jeder werden.

Herabsetzendes Verhalten sei kein Thema, das nur zwischen Mitarbeitern stattfinden würde. In rund der Hälfte der Fälle seien Vorgesetzte beteiligt gewesen - ob als Betroffene oder als Täter. Heiko Schulz zufolge, Diplom-Psychologe bei der TK, habe die Intensität und Vehemenz zugenommen. Dafür sei unter anderem ein rauer werdendes Betriebsklima infolge des wirtschaftlichen Drucks auf viele Unternehmen verantwortlich.

Mobbing-Opfer reagierten zunächst mit Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Verspannungen, die sich in der Folge zu ernsthaften Erkrankungen wie Alkoholabhängigkeit, Depressionen oder Herz-Kreislauf-Problemen entwickeln könnten. Dem Arbeitgeber schade Mobbing unter anderem durch Qualitätsverlust, erhöhte Krankenstände und ein schlechtes Betriebsklima. Reibungspunkte gebe es zwar in jedem Unternehmen, berichtet die TK weiter. Kritisch werde es jedoch, wenn ein Mitarbeiter gezielt und über einen längeren Zeitraum zur Zielscheibe werde.

Eine funktionierende innerbetriebliche Kommunikation und Seminare zur Mobbingprävention für leitende Angestellte seien geeignete Gegenmaßnahmen. Auch Betroffene selbst könnten aktiv werden: Sie sollten den Mobber frühzeitig auf sein Verhalten ansprechen und als nächsten Schritt den Vorgesetzten oder, falls er selbst Teil des Problems ist, den Betriebsrat einschalten. Hilfreich sei auch die genaue Dokumentation der Schikanen, um diese lückenlos bei einer eventuellen gerichtlichen Auseinandersetzung nachweisen zu können.

In jedem Fall sei der Arbeitgeber in der Pflicht, bei Mobbing-Fällen einzugreifen. Dazu gehöre auch die verbale Beleidigung. In der Eurofound-Studie gab jeder achte Bundesbürger an, im Vormonat der Befragung davon betroffen gewesen zu sein.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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