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Beitrag Nr. 197911 vom 23.03.2011

EU-Kommission will Besteuerung von Unternehmen vereinfachen

Mit dem Vorschlag einer EU-weit gültigen Bemessungsgrundlage für die Körperschaftsteuer will die EU die Besteuerung grenzüberschreitend tätiger Unternehmen deutlich vereinfachen.

Nach Ansicht des EU-Steuerkommissars Algirdas Semeta könnten nach Umsetzung der "Gemeinsamen konsolidierten Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage" (GKKB) Unternehmen in der EU leichter und kostengünstiger Geschäfte abwickeln. Dies sei gut für die Wirtschaft und für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der EU.

Inhalt des Vorschlags der EU-Kommission ist die Einführung einer einheitlichen Berechnungsgrundlage für die Körperschaftsteuer; hierbei geht es aber nicht um die Höhe der Unternehmenssteuern in den einzelnen Staaten. Die Höhe des Steuersatzes soll auch künftig von jedem Land national entschieden werden. Einfachere Regeln und mehr Transparenz für eine nationale Steuer sind Ziel des EU-Vorschlags; eine Steuer für die EU ist hiermit allerdings nicht geplant. Konsequenz der GKKB wäre, dass die Unternehmen ihre Steuererklärungen EU-weit nur noch bei einem Finanzamt einreichen müssten und alle in der EU entstandenen Gewinne und Verluste verrechnen könnten. Es soll den Unternehmen überlassen bleiben, ob sie die neue EU-weite Berechnungsgrundlage nutzen oder weiter nach den nationalen Systemen abrechnen.

Mit der GKKB sollen Einsparungen bei den Befolgungskosten und durch die Konsolidierung von Gewinnen und Verlusten erreicht werden. Die EU-Kommission sieht bei den Befolgungskosten ein jährliches Einsparpotential in Höhe von 700 Mio. EUR und durch die Konsolidierung von Gewinnen und Verlusten mögliche Einsparungen von 1,3 Mrd. EUR. Bei geplanten grenzübergreifenden Expansionen von Unternehmen werden Einsparungen von bis zu 1 Mrd. EUR erwartet. Außerdem soll die EU durch die GKKB für ausländische Investoren attraktiver gemacht werden.

Die derzeitige unterschiedliche Berechnung der Steuern in jedem der 27 Staaten führt nach Ansicht der EU zu unnötigen Belastungen bei den Unternehmen. Dies zeige sich auch darin, dass die Unternehmen mit bis zu 27 verschiedenen Steuerverwaltungen zusammenarbeiten müssten.

Für die Besteuerung ihrer gruppeninternen Transaktionen müssten Unternehmen derzeit ein äußerst komplexes System der Verrechnungspreise anwenden. Ihre in einem Mitgliedstaat entstandenen Verluste könnten sie außerdem nicht mit Gewinnen ausgleichen, die sie in einem anderen Mitgliedstaat erzielt haben. Als Konsequenz dieser Umstände würden größeren Unternehmen hohe Kosten und Komplikationen entstehen, zudem führe dies bei kleinen Unternehmen dazu, dass diese nicht in der EU expandieren.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der EU-Kommission.

Dieser Beitrag wurde erstellt von RA Holger Höwel.


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